I’m an alien

re:publica 13, Berlin. Eine nicht ganz gewöhnliche Konferenz für mich: mehr inhaltlich, mehr meta, sehr untechnisch, sehr groß … sehr anders. Das zeigte sich dann auch gleich am ersten Tag. Ich sitze in „Kinderkram: So nutzen Kids das Web“ und vorne geht es um „sichere Server“. „Sichere Server“ – das kenne ich, da bin ich zu hause. Na ja, nicht ganz, denn hier wird eine andere Sprache gesprochen. „… muss die Sprache der Kinder sprechen …“ ist ein Teil der Definition „sicherer Server“. Ich höre mich ’rein, schaue mich um und kann doch von jedem Vortrag und jeder Diskussion etwas mitnehmen. „Kinder müssen lernen mit Risiken umzugehen“ (Christine Feil [Web]) – da ist er, der Bezug zu InfoSec und zu mir.

Ich ziehe weiter, Horst Zuse [Web] spricht über seinen Vater und die Geschichte des Computers. Leider hat er nur 25 Minuten und machte einen etwas getriebenen Eindruck. Mehr Vorträge, mehr Diskussionen und immer wieder neue Gedanken oder andere Perspektiven oder einfach Anregungen, sich ’mal wieder mit Themen zu beschäftigen. QOTD: „Don’t worry about failure, just make things that make you happy“ (Jay Fajardo [Web, Twitter]).

Zum Abschluss des ersten Tages höre ich mir Tero Kaukomaa [Twitter] (Produzent des Films „Iron Sky“) und Graham Linehan [Web, Twitter] (Autor von „The IT Crowd“ und „Father Ted“) an. Jetzt weiß ich auch warum mir die erste Staffel von IT Crowd immer noch am besten gefällt, die in-jokes wurden danach reduziert. Graham Linehan verrät auch, dass es noch ein 40 minütiges Special von IT Crowd geben wird. Der Drehbeginn soll in drei Wochen sein.

Viele der Veranstaltungs-Beschreibungen sprechen nicht so ganz meine Sprache, und einige Beschreibungen fehlen leider ganz. Von der Lockpicking Diskussion („haters gonna hate – Lovepicking und die Folgen“) habe ich erst auf Twitter gelesen – schade, ich habe sogar mein pick set dabei. Bekanntes und interessantes wie „Browser Fingerprinting: Tracking ohne Spuren zu hinterlassen“ habe ich gefunden und mit Interesse verfolgt. Meinen Tag schloss ich ab mit „It’s meta, baby: Bücher, Metadaten und Discoverability“. Schade, dass Semantik erst eingesetzt wird, wenn das Marketing den Wert erkennt.

Yoga dient der Vorbereitung des Körpers auf die eigentliche Meditation. Bei der Sitzmeditation wird lange in einer Position verharrt. Lange konzentriert in einer Position sitzen? Das klingt doch nach Arbeiten am Rechner. „Laptop Yoga“ von Annina Luzie Schmid [Web, Twitter] ist für mich dann auch der richtige Einstieg in den dritten Tag. „Take a ride on the Cyberpunk Express train“ von Keren Elazari [Web, Twitter] holt mich im Anschluss daran wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Es ist nicht der Vortrag, es sind die Leute die um mich herum sitzen. Ich bin ein Alien, ich bin umgeben von Journalisten und Politologen, die sich jetzt gerade als Teil „dieser Hacker Kultur“ sehen, vermutlich, weil sie einen Twitter Account besitzen. Ich tue den meisten bestimmt unrecht, aber „we are nerds“ ist nicht wirklich der Eindruck den ich habe.

Die re:publica 13 endet für mich mit Bier und Club-Mate („#ironblogger“ [Web] und „Besser Leben für Geeks“). OK, ich gebe es zu, beides gab es auch schon vorher. Zum Vortrag von Matthias Bauer [Web, Twitter] zum Abschluß noch einen Blog- und Buch-Tipp: http://hacker.brau.se/. Danke Berlin, es war schön in dir.

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